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Einblicke in eine dunkle Vergangenheit

Geschichtsunterricht vor Ort. Am 19. Juni 2012 fuhren wir – die Klassen 10A und 10B – in den Harz zur Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Unter dieser Bezeichnung konnten wir uns zunächst nicht viel vorstellen. Wir wussten von Konzentrationslagern und andere Abschlussklassen vor uns hatten die Gedenkstätte Buchenwald besucht. Aber von Mittelbau-Dora hörten wir zum ersten Mal. Einige Informationen bekamen wir vorab im Unterricht, dort sahen wir auch einen Film über geheime unterirdische Bauwerke aus der Zeit des Dritten Reiches. So konnten wir zumindest erahnen, was uns erwartet.

Das Fotomaterial wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Sammlung Gedenkstätte Mittelbau-Dora.

Doch die Realität war viel eindrucksvoller und beklemmender als jeder Film. Wir sahen in dem Museum der Gedenkstätte Bilder unvorstellbarer Gräueltaten an Menschen, die von einem Regime als minderwertig eingestuft worden waren. Verwaltete Brutalität und Menschenverachtung. Ausbeutung von Gefangenen, die bis zum Tode schuften mussten und denen selbst die grundlegendsten Dinge wie eine bequeme, trockene Schlafstätte, Waschgelegenheit und vor allem ausreichend Nahrung verweigert wurden.

Nach dem Museum betraten wir einen Stollen, der in den Kohnstein, ein Bergrücken nahe der Stadt Nordhausen, getrieben worden war. Genau genommen sind es zwei parallele Stollen mit zahlreichen Quergängen und einer Gesamtlänge von einigen Kilometern. Nur ein sehr kleiner Teil ist erschlossen, doch was dort zu sehen ist, ließ uns mehr frösteln als die 8°C, die permanent im Stollen herrschen. Hier wurde in unterirdischen Werkstätten gebaut, was nach den Vorstellungen Hitlers Deutschland den Endsieg im Zweiten Weltkrieg bringen sollte.

Massenweise Blechteile, einzelne Komponenten von Waffen, die zu ihrer Zeit revolutionär waren und gegen die Deutschlands Gegner keine Abwehrmöglichkeit gehabt hätten, zeugen von der Arbeit, die von tausenden Häftlingen dort verrichtet werden musste. Primitive Sanitäreinrichtungen, Staub, Lärm, Kälte und Feuchtigkeit. Hier mussten Häftlinge arbeiten und…schlafen. Denn bis ein Lager mit Baracken errichtet wurde, mussten die Gefangenen im Stollen schlafen. Dort starben mehr als 3.000 Menschen

Als die Nazis erkannten, dass der Krieg verloren war, wurden noch einmal große Anstrengungen unternommen, um die Spuren von Zwangsarbeit und Massenmord zu beseitigen. Auch das Lager Dora erhielt ein Krematorium.

Dieses gehörte zu der Tour, die wir über das Außengelände unternahmen. Die uns betreuenden Mitarbeiter der Gedenkstätte fesselten uns mit Geschichten und vielen Fakten rund um Mittelbau-Dora. Eindrücklich und anschaulich gaben sie uns eine Vorstellung, was sich zur Zeit des Zweiten Weltkrieges im Lager und in den Produktionsstollen abgespielt hat. Ihnen danken wir ganz herzlich für ihre kompetenten und lebendigen Schilderungen eines der düstersten und schrecklichsten Kapitel deutscher Geschichte.

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